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Holländisches Viertel in Potsdam – Tipps zum Fotografieren

Giebel mit Schattenwurf im Holländischen Viertel in Potsdam

In diesem Beitrag möchte ich euch Tipps zum Fotografieren im Holländischen Viertel geben. Ihr bekommt einen Eindruck von den verschiedenen Haustypen und von kleinen Details, die so vielleicht gar nicht auffallen. Wer das Holländische Viertel selbst fotografisch entdecken möchte, bekommt hier viele Anregungen für tolle Fotos.

Warum gibt es ein Holländisches Viertel in Potsdam?

Das Holländische Viertel in Potsdam ist wie ein kleiner Ausflug in ein anderes Land. Vielleicht sollte es dies auch ein wenig sein. Der “Soldatenkönig” Friedrich Wilhelm I. (1688 – 1740) bewunderte die Oranier in Holland. Reisen führten ihn dort hin und prägten seine Vorlieben für den zweckmäßigen Baustil. Zwischen 1733 und 1742 ließ er das Holländische Viertel erbauen. 134 Ziegelstein-Häuser, die in Carees angeordnet sind, bilden das Viertel.

Weiße Tür an einem der Backsteinhäuser im Holländischen Viertel
Weiße Tür und weiße Fensterrahmen an einem der typischen Backsteinhäuser.

Der vom holländischen Fortschritt inspirierte König wollte Handwerker nach Potsdam locken, um von deren Wissen profitieren zu können. Dieser Plan ging nicht ganz auf und so bezogen vor allem preußische Soldaten die Häuser, aber auch französische Handelsvertreter und wenige Holländer.

Und heute? Die Anziehungskraft, die sich Friedrich Wilhelm I. so wünschte, ist jetzt da – sie wirkt besonders auf Gäste der Stadt. Im heutigen Holländischen Viertel gibt es vor allem Gastronomie, Galerien und Geschäfte mit dem gewissen Etwas.

Haustypen im Holländischen Viertel

In der Galerie unten seht ihr, wie unterschiedlich das Aussehen der Häuser im Holländischen Viertel ist. Es gibt Variationen in der Gestaltung, jedoch tauchen drei Haustypen immer wieder auf:

  • Alleinstehende Traufenhäuser
  • Gereihte Traufenhäuser
  • Giebelhäuser

Alle diese Häuser sind im Laufe der Zeit etwas angepasst oder verändert worden. Manche mussten erst in einen schlimmen Zustand kommen, um dann viele Jahre später wieder restauriert zu werden.

Dennoch erkennt man auch heute noch die Vorbilder aus Holland. Bestimmte Gestaltungselemente sind ganz typisch:

  • die weiß-grünen Fensterläden
  • die Gestaltung der Giebel
  • mit weißem Holz verzierte Eingänge
  • und natürlich der rote Backstein

Wenn man so ein Haus und vor allem die Geschichte des Holländischen Viertels einmal näher kennenlernen möchte, sollte man das Jan-Boumann-Haus besuchen.

Türen im Holländischen Viertel

Nach Türen in Potsdam halte ich ja sowieso immer Ausschau, aber die im Holländischen Viertel sind so schön, dass sie je nach Jahreszeit einen anderen Eindruck machen (also müssen sie auch öfter fotografiert werden).

In der Galerie unten seht ihr eine kleine Auswahl der Türen. Besonders schön finde ich die großen Doppel-Türen, die manchmal auch mit Holzschnitzereien umrahmt sind.

In den Straßen, an den Häusern und am Rand der Wege findet ihr überall Grün. Je nach Jahreszeit ändert sich die Bepflanzung. So wirkt auch der Blick auf eine Tür immer etwas anders.

Malerei an Wänden und Decken

An einigen Fluren findet ihr detailreiche, blumige oder fantasievolle Bemalungen. Auch Deckenbemalungen sind mir schon aufgefallen, wie in dem Bild oben. Dort passte sogar der Türknauf zu dem Blumenmuster der Deckenmalerei.

Malerei an Wand im Hausflur
Malerei an Wand im Hausflur

Im Bild oben seht ihr einen Flur, der alles hat: Deckenmalerei, verzierte Wände, eine Holztreppe, bei der sogar die Schräge verziert ist und einen gefliesten Boden. Der Innenhof sieht auch idyllisch aus, aber bis dorthin habe ich mich nicht vorgewagt. Steht ein Tor offen, werft ruhig einen Blick in den Flur. Solange ihr respektvoll seit, wird das in Ordnung sein.

Malerei an der Decke und Türklinke, beide mit Blumenmotiv
Malerei an der Decke und Türklinke, beide mit Blumenmotiv

Backsteinvielfalt

Das Holländische Viertel setzt sich optisch durch die Rottöne des Backstein vom Rest der Häuser ab, die es umschließen. Wenn man genau hinsieht bemerkt man, dass jedes Haus seinen eigenen Farbton hat und auch die Steine selbst weisen eine unterschiedliche Struktur auf. Backstein ist nicht gleich Backstein – dass ich das mal schreibe! 😀

Aber seht doch mal selbst. Ich habe eine Collage aus unterschiedlichen Backsteinfassaden erstellt, die ich nur bei einem kurzen Gang durch die Häuser an der Kurfürtstenstraße gefunden habe. Bestimmt findet ihr noch viel mehr, wenn ihr auf solche Details achtet. Manchmal kann man sogar noch Überreste alter Beschriftungen an den Fassaden erkennen. Die Texturen geben auf jeden Fall ein interessantes Fotomotiv ab, oder?

Collage der verschiedenen Backsteinfassaden, die das Holländische Viertel aufweist
Collage der verschiedenen Backsteinfassaden, die das Holländische Viertel aufweist

Details und noch mehr Details

Für mich sind es immer die kleinen Details, die den besonderen Reiz ausmachen. Originelle Blumenbeete, ein alter Briefkasten oder Fenster, die gar keine echten Fenster sind – das alles sieht man vielleicht erst auf den zweiten oder dritten Blick.

Wenn ihr schon ganz vertieft in das Holländische Viertel seit und ganz genau hinseht, werden euch immer mehr solcher Kleinigkeiten auffallen. Habt ihr Lust, eine Fototour durch das Holländische Viertel zu machen? Was ist euch beim Fotografieren besonders wichtig?

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