Fotografieren in Potsdam

Türen fotografieren in Potsdam

Türen fotografieren in Potsdam - Holztür bei der Orangerie

Türen fotografieren kann man in Potsdam wunderbar. Wenn ich durch Potsdam laufe oder fahre, springen mir immer wieder fotogene Türen ins Auge. Manch alte Tür hat einen ganz eigenen Charakter, andere stechen mit tollen Verzierungen oder Farben hervor, es gibt so viele Varianten. Zum Zauber einer Tür gehört für mich auch immer die Frage, was wohl dahinter liegen mag.

Im Folgenden möchte ich euch einige fotogene Türen aus Potsdam zeigen. Nach der Türen-Schau teile ich mit euch meine Erfahrungen, die ich bisher beim Türen fotografieren gemacht habe. Ganz am Ende gibt es einen Einblick in die Nachbearbeitung mit Lightroom. Entscheidet selbst, wo ihr startet, indem ihr mit Hilfe des Inhaltsverzeichnis an die Stelle springt, die euch interessiert.

Türen fotografieren im Park Sanssouci

Im Park des Königs gibt es viele majestätische, sehr fotogene Türen. Ich muss jedoch zugeben, dass ich es mag, wenn nicht alles nur glänzt. Ich liebe die Patina, die Spuren der alten Zeit – zu der auch die DDR-Zeit gehört.

Die erste Tür, die ich euch zeigen möchte, ist ein Traum aus weiß lackiertem Holz und Glas. Die Fassade, der Stuck und die Bodenfliesen lassen vermuten, dass die Tür zu einem herrschaftlichen Haus gehört. Der Türknauf, die Klingel und die kleine Lampe rechts der Tür wirken jedoch sehr pragmatisch und profan. Am Putz nagte auch schon der Zahn der Zeit.

Eine alte und sehr fotogene Tür im Park Sanssouci
Eine alte und sehr fotogene Tür im Park Sanssouci

Kleine Tür unter der Historischen Mühle

Wusstet ihr, dass es im Park Sanssouci auch ganz normal bewohnte Gebäude gibt? Da ist z.B. so ein großes Haus, das gleich neben der Mühle zu finden ist. Es hat auf einer Seite eine Fassade aus großen, glatten grauen Steinen, in der sich eine kleine Tür befindet, die ebenso grau ist. Darüber gibt es einen Bogen aus roten Ziegelsteinen, die nicht ganz zu den grauen Steinen passen. Die Tür sieht überhaupt nicht königlich aus, sie erweckt eher den Eindruck einer Dienstboten-Tür. Noch dazu hat sie keinen Türknauf, allein ein Vorhängeschloss sorgt dafür, dass man sie nicht einfach öffnen kann.

Kleine Tür in der Steinmauer bei der Mühle von Sansouci
Kleine Tür in der Steinmauer bei der Mühle von Sanssouci

Tür hinter dem Grünen Gitter

Gleich am Grünen Gitter, dem Haupteingang des Park Sanssouci könnt ihr diese Tür fotografieren, sie ist gut zugänglich. Ich finde den Kontrast zwischen dem Gelb des Putzes und dem Blau hinter der Verglasung besonders schön. Hier scheinen zwei Parteien zu wohnen, denn es gibt zwei Klingeln und zwei Briefkastenschlitze. Trotz der beiden Klingeln, die sich rechts und links der Tür befinden, gibt es links aber noch mal ein Klingelbrett. Durch den runden Türknauf, der sich in der Mitte befindet, wirkt der Eingang symmetrisch, dies wird jedoch wieder durch den abgenutzten Putz geschwächt.

Holztür mit Verzierungen im Park Sanssouci
Holztür mit Verzierungen im Park Sanssouci

Eingang zum Neuen Palais

Neben den Türen oben, die man vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick sieht, möchte ich euch noch eine prominentere Tür zeigen. Sie befindet sich im Neuen Palais und wird Tag für Tag von vielen Menschen durchschritten. Wollt ihr diese Tür fotografieren, ohne dabei die Menschenströme auf dem Bild zu haben, solltet ihr die Morgenstunden nutzen.

Die Tür ist nicht mit Ornamenten geschmückt, sondern verglast. Sie ist umgeben von zwei kleineren Pilastern und über ihr thront ein mächtiger Balkon, der von einer Büste getragen wird. Das Fenster hinter dem Balkon ist ein Zwilling der Tür. Eingerahmt wird alles von zwei großen Pilastern, die sich über die Fassade aus rotem Backstein (bzw. einem Anstrich, der so aussehen soll) erstrecken.

Eingang zum neuen Palais - auch eine Tür in Potsdam
Eingang zum neuen Palais – auch eine Tür in Potsdam

Universität Potsdam

Das Neue Palais und die Universität Potsdam sind Nachbarn. Einige schöne Türen findet ihr hier. Zum Beispiel diese wunderbar hohe Tür, in Kombination mit einer rosafarbenen Fassade.

Tür, die zur Uni Potsdam gehört
Tür, die zur Uni Potsdam gehört

Tür im Orangerie-Schloss

Eine Tür, die ich Potsdam besonders gerne fotografiere, ist diese große, alte Holztür, die man am Orangerie-Schloss findet. Steht man ein kleines Stückchen von der Tür entfernt, könnte man sich (bei gutem Licht) in Italien wähnen. Überhaupt fnde ich den Lichteinfall hier immer wieder faszinierend.

Große Holztür am Orangerie-Schloss in Potsdam
Große Holztür am Orangerie-Schloss in Potsdam

Türen fotografieren in der Potsdamer Innenstadt

Die  Türen der Innenstadt sind abwechslungsreich. Ganz alt, mittelalt, verkommen oder strahlend neu und aufpoliert. Bei einigen besonders “ollen” Türen ist Eile geboten – wer weiß, wo als nächstes saniert wird und wie lange sie noch da sind?

Blaue Tür in der Behlertstraße

In der Behlerstraße gibt es Häuser, die (noch!) dem Verfall preisgegeben sind – aber auch hier ändert sich etwas. Als wir neulich von der Schnellstraße Richtung Neuer Garten fuhren, fiel mir diese blaue Tür auf. Umgeben von einer schmutzig grauen Fassade und Graffiti ist ihr blaues Leuchten noch nicht ganz verloren gegangen. Man kann immernoch gut erkennen, dass es einmal eine sehr schön verzierte Holztür war, auch wenn das Haus nun vermutlich nicht mehr in voller Blüte dort steht. Ich mag diese Gegensätze aus prunkvoll und heruntergekommen, neu und alt. Diese Tür ist ein Paradebeispiel dafür.

Blaue Tür mit Graffiti am Anfang der Behlertstraße in Potsdam
Blaue Tür mit Graffiti am Anfang der Behlertstraße in Potsdam

Abwechslungsreiche Türen in der Gregor-Mendel-Straße

Ein kleiner “Geheimtipp” für Fotos von schönen Fassaden, Toren und Türen ist die Gregor-Mendel-Straße in der Jägervorstadt. In dieser Straße wandert man durch verschiedene Architektur-Stile, begegnet italienischen Villen, Mehrfamilienhäusern aus der alten Zeit und kleinen Häuschen mit Vorgarten. Zu einem der wenigen unsanierten Häusern gehört die Tür unten.

Auffallend sind hier die besonders schön geschnitzten Ornamente, mit denen beide Flügel der Tür verziert sind. Im Gegensatz zu diesem Detailreichtum steht der einfache Türbeschlag. Ein interessanter Kontrast, oder? Was dort wohl ursprünglich für eine Türklinke angebracht war?

Tür mit Ornamenten in der Gregor-Mendel-Straße
Tür mit Ornamenten in der Gregor-Mendel-Straße

Tür am Einstein-Gymnasium

Eine besonders prachtvolle Tür befindet sich in der Hegel-Allee. Dort verfügt das Einstein-Gymnasium über eine der schönsten Türen, die ich bisher in Potsdam finden konnte. Das Problem für alle, die die Tür fotografieren möchten: meist ist der Blick durch parkende Autos versperrt. Um auch die Fassade gut einzufangen, muss man schon ein gutes Stück Abstand nehmen. Vielleicht fällt euch das Fahrzeug auf, das sich rechts ins Bild schiebt? Während ich das Foto machte, schob sich schon ein Transporter in die freie Parklücke.

Tür des Einstein-Gymnasiums in Potsdam
Tür des Einstein-Gymnasiums in Potsdam

Eine Tür mit allen Feinheiten in der Schopenhauerstraße

Geht man wenige Schritte weiter und schaut über die Straße, findet man eine Tür mit detailreichen Verzierungen. Die Türklinke scheint riesig und ist ebenfalls ein Schmuckstück. Die Tür selbst und der Bogen darüber sind ebenfalls reich verziert und überdies umgeben zwei Pilaster den Eingang. Ich finde, das ist immer wieder ein Hingucker- Leider kann man diese Tür nicht so einfach fotografieren, denn an dieser Stelle herrscht meist dichter Verkehr. Entweder, man benutzt ein Weitwinkel-Objektiv oder man geht auf die andere Straßenseite. Dort müsste man dann einen autofreien Moment abpassen.

Großartig verzierte Tür in der Schopenhauerstraße in Potsdam
Großartig verzierte Tür in der Schopenhauerstraße in Potsdam

Geheimtipp in der Posthofstraße

Es gibt so viele Ecken in der Innenstadt, die mit schönen Türen aufwarten und nur gefunden werden wollen. Schaut euch doch einmal in der Posthofstraße um. Diese ist nicht weit vom Platz der Einheit entfernt. Hier gibt es noch richtige Kontraste aus “oll” und neu. Als ich neulich dort war, habe ich eine schöne, rustikale Tür gefunden, die zu einem Geschäft gehört.

Geschmückte Tür in der Posthofstraße
Geschmückte Tür in der Posthofstraße

Tür mit passender Bank in der Gutenbergstraße

Die Gutenbergstraße wird immer hübscher und ist eine dieser Straßen, in der es die kleinen Details sind, die den Charme ausmachen. Seht euch diese schöne grüne Tür mit der passenden Bank dazu an.

Grüne Tür mit Bank in der Gutenbergstraße in Potsdam
Grüne Tür mit Bank in der Gutenbergstraße in Potsdam

Türen fotografieren in Babelsberg

Ich bin nicht oft in Babelsberg unterwegs – leider! Auch hier gibt es jede Menge interessanter Türen, die sich gut fotografieren lassen. Ich kann mir vorstellen, dass manche Türen in der Sommersonne mit mehr Grün besonders schön wirken, deshalb werde ich hoffentlich noch häufiger an einigen Türen vorbeikommen.

Um den Weberplatz herum befinden sich zwar viele schöne Türen, fotografieren ist hier aber so eine Sache… Vor jedem Haus parken meist Autos und machen das Fotografieren der kleinen Schmuckstücke nicht ganz so einfach. Die blaue Tür unten, die sich an einem Haus mit roter Fassade befindet, musste ich aber dennoch fotografieren.

Typisches kleines Haus in Babelsberg mit Tür
Typisches kleines Haus in Babelsberg mit Tür

In welcher Straße sich die Tür unten befindet, kann ich leider nicht mehr genau sagen. Ich fand sie interessant, weil sie wieder einmal so schön alt aussieht und noch dazu von grauem Putz umgeben ist, den man hier immer seltener sieht. Die Tür und auch das Fenster haben einen lindgrünen Anstrich, der stellenweise schon abblättert. Das passt zu den gebrochenen Treppenstufen und dem bröckelnden Putz.

Alte, grüne Tür in Babelsberg
Alte, grüne Tür in Babelsberg mit Fenster

Zuletzt möchte ich euch noch eine große Toreinfahrt zeigen, die ich in Babelsberg fotografiert habe. Hier gibt es interessante Ornamente, die wie Muscheln und Blätter aussehen. Zudem sind die Torflügel verglast und mit Metallverzierungen bestückt. Vor dem Tor befinden sich an jeder Seite gekringelte Metallstehlen (Radabweiser heißen diese Dinger). Früher sollten diese verhindern, dass die Räder der Kutschen und Wagen seitlich an die Wände stoßen.

Toreinfahrt in Babelsberg
Toreinfahrt in Babelsberg mit Radabweiser

Meine Erfahrungen beim Türen fotografieren (in Potsdam)

Abstand und Kameraposition

Freie Sicht auf das Motiv, das ist ziemlich wichtig beim Fotografieren. In Potsdam parken jedoch überall Autos vor den Türen, oft hat man vom Bürgersteig aus auch nicht genug Abstand, um eine Tür vollständig auf das Bild zu bekommen. Das waren für mich anfangs die größten Hürden. Ich dachte sogar, Türen fotografieren wäre nur mit einer Vollformat-Kamera möglich, bei der man dann entsprechend mehr Platz auf dem Sensor hat (da lache ich jetzt über mich selbst).

  • Es hilft vor allem Geduld, manchmal aber auch ein guter Winkel (Abstand vergrößern, Kamera hoch halten), um die Autos aus dem Bild zu halten.
  • Wechselt ruhig die Straßenseite, um den Abstand zu vergrößern.

Das “Drumherum” oder die Komposition

Ein Punkt, den ich noch nicht gemeistert habe, den ihr aber trotzdem auf dem Schirm haben solltet: meist ist das, was die Tür umgibt, auch interessant und kann die Aussagekraft des Bildes bzw. das Motiv unterstützen. Dazu gehört die Fassade, ein Mensch, der die Tür durchschreitet, ein Blick durch die Tür oder andere Dinge, die das Bild zum Leben erwecken.

  • Die Fassade ist ein schöner Rahmen für die Tür.
  • Menschen oder Details machen das Bild lebendig.

Aus einem Foto wird ein Tür-Portrait

Mir hilft bei den Türen-Fotos die Nachbearbeitung sehr dabei, das Beste aus dem Foto heraus zu holen. Allein in Lightroom reichen schon wenige Anpassungen, um aus einem schnöden Tür-Foto ein richtiges Tür-Portrait zu machen.

  • Nehmt eure Bilder im RAW-Format auf.
  • Nutzt die Objektiv-Korrektur
  • Richtet die Bilder geometrisch korrekt aus, das geht meistens sogar total einfach mit einem Klick, macht aber einen großen Unterschied.
  • Die Tür sollte etwas stärker belichtet sein, als der Rest des Bildes. Dazu kann man gut mit den selektiven Anpassungen in Lightroom arbeiten. Aber auch in Camera Raw oder Photoshop geht das.

Ich habe für euch noch ein kleines Video aufgenommen. Dort seht ihr, wie ich ganz schnell (in etwas mehr als zwei Minuten, ohne Zeitraffer) in Lightroom aus meinem Foto mit der blauen Tür noch ganz viel herauskitzele. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass allein diese kleinen Anpassungen in Lightroom schon so viel mit dem Bild machen.

Türen fotografieren in Potsdam

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