Der Ruinenberg in Potsdam – Erbaut aus Sehnsucht nach Italien?

Einer meiner liebsten Foto-Orte ist der Ruinenberg in Potsdam. Der kleine Wald drumherum, die Aussicht zum Ehrenhof des Schloss Sanssouci und am Fuße des Berges dann der Bornstedter See mit dem Krongut – es ist einfach zu schön! Zudem gibt es dort auch einen Aussichtsturm, der aber nur an ganz wenigen Tagen geöffnet ist (unten findest du ein Foto von der Aussicht).

Blick zum Ruinenberg in Potsdam
Das Sonnenlicht fällt durch die Amphitheaterwand am Ruinenberg

Wo ist der Ruinenberg in Potsdam zu finden?

Der Ruinenberg befindet sich im Potsdamer Norden (im Stadtteil Bornstedt). Er liegt nahe am Schloss Sanssouci, der Historischen Mühle und dem Krongut. Wenn du zu Fuß aus dem Park Sanssouci kommst, kannst du an der Ampel, die sich am Café Remise befindet, die Straße überqueren. Dann folgst du dem Sandweg in den Park hinein.

Zum Ruinenberg fahren

Kommst du von der anderen Seite oder möchtest du einfach direkt zum Ruinenberg? Dann nimmst du eine der folgenden Möglichkeiten:

  • Mit der Straßenbahn (Linie 92) oder mit dem Bus (Linie 692). Steig an der Haltestelle „Kirschallee“ aus.
  • Mit dem Fahrrad oder dem E-Roller über die Pappelallee.
  • Mit dem Auto kannst du auf dem Parkplatz an der Ecke Kirschallee / Schulplatz halten und dann über den Reiherweg hoch zum Ruinenberg laufen.
Ruinenberg von der Pappelallee aus zu Fuß erreichen und diesen Anblick haben

Ist der Weg barrierefrei?

Der Weg ist nicht barrierefrei, denn nach oben führt ein etwas steiler, aber breiter Kiesweg. Mit dem Kinderwagen solltest du keine Probleme haben, mit dem Rollstuhl oder Rollator ist es wahrscheinlich nicht gut machbar.

Abendsonne auf dem Ruinenberg

Wie sieht es auf dem Ruinenberg aus?

Der Ruinenberg ist ein Hügel (früher Hünenberg genannt), auf dem es so aussieht, als wäre dort ein vergessener Tempel aus der Antike dem Verfall preisgegeben. Hinter dem Wasserbecken seht ihr eine gebogene Amphitheatermauer mit Bögen und Fenstern. Es wirkt wie eine Ruine aus der Antike. An diese Mauer schließt sich der Normannische Turm an. von der gegenüberliegenden Seite spiegelt sich alles im Wasserbecken.

Spiegelung im Wasserbecken

Dazu findet ihr auf dem Ruinenberg einen Pyramidenstumpf und einen Rundtempel mit Toskanischen Säulen, sowie ein drei Säulen, die einen Architrav tragen. Umgeben ist das Ensemble von einem Laubwald, der sich zum Schloss Sanssouci hin öffnet.

Spiegelung von der anderen Seite

Monumente auf dem Ruinenberg

  • Normannenturm
  • Gebogene Steinmauer mit Fensterbögen
  • Großes Wassersammelbecken
  • Pyramidenstumpf
  • Rundtempel ohne Dach
  • Drei stehende Säulen und eine gekippte Säule
  • Wasserquelle und Wasserlauf
Pyramidenstumpf

Aussicht vom Ruinenberg

Vom Ruinenberg aus habt ihr eine einmalige Sicht auf den Ehrenhof des Schloss Sanssouci. Dahinter könnt ihr den spitzen Turm der Erlöserkirche sehen und bei gutem Wetter meist auch den Turm auf der Insel Hermannswerder. Unübersehbar sind auch die Bauten des Potsdamer Westens. Der beste Punkt, um alles zu überblicken, in der Rand des Rundtempels.

Aussicht vom Normannischen Turm

Eine noch umfassendere Aussicht habt ihr vom Normannenturm aus. Dieser ist nur ganz selten geöffnet – wenn ihr die Chance habt, ihn bei einer seiner seltenen Öffnungen zu besuchen, nutzt sie! Unter dem Stichwort „Phantastische Aussichten“ findet ihr die Termine.

Das ist die Aussicht vom Normannenturm auf den Ruinenberg

In den Bildern unten seht ihr die Aussicht vom Normannischen Turm. Ihr könnt sogar noch viel mehr sehen, es lohnt sich, mal den Ausblick zu genießen.

Warum wurde das Ensemble auf dem Ruinenberg erbaut?

In Potsdam scheint selten etwas zu existieren, ohne dass es dafür eine schmückende Fassade gibt. Das große Wassersammelbecken sollte einst genug Kraft geben, um die Wasserspiele und vor allem die Fontäne im Park Sanssouci sprudeln zu lassen.

Staffagen gab es auch in englischen Landschaftsparks. Die Kulisse einer antiken Tempelruine ist ein romantischer Anblick, den König Friedrich II. von Schloss Sanssouci hatte. Er wähnte sich gerne in Italien – auch wenn er dort Zeit seines Lebens nie weilen konnte. 1748 ließ er das Ensemble errichten.

Als Friedrich Wilhelm IV. den Thron bestieg, ließ er 1840 von Peter Josef Lenné den Ruinenberg landschaftlich gestalten. Bäume und Sträucher wurden gepflanzt und die Sichtachse zu Schloss Sanssouci wurde so schön gestaltet, wie wir sie jetzt sehen können.

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