Römische Bäder in Potsdam – Das kleine Pompeji


Die Römischen Bäder in Potsdam sind einer der verträumtesten Orte Potsdams – das Träumerische ist ein sicheres Zeichen dafür, dass Friedrich Wilhelm IV. seine Finger im Spiel hatte. Hier stammen viele Entwürfe von Friedrich Wilhelm IV. höchstselbst, seine Reise nach Italien befeuerte die Liebe zum Land der Antike.

Vor der Sanierung

Schäden mit Charme

In einer Sonderausstellung konnte man sich die Römischen Bäder noch ein letztes Mal ansehen, bevor sie für einige Jahre saniert werden. Bei dem Gang durch die teils wunderschönen Räume war eines doch ganz deutlich zu erkennen: Sie brauchen dringend Denkmalpflege. Wasserschäden, Schwamm im Gemäuer und kostbare Fliesen – es muss viel gerettet werden.

Hier musstedie Bauzeit sehr kurz sein, denn dieser Pavillon war als Geburtstagsgeschenk gedacht.

Ausflug in die Antike

Wie in der Villa Rustica

Im Rahmen der Sonderausstellung „Denk x Pflege“ hatte man nicht nur die Chance, endlich mehr Einblicke zu erhalten, es wurden auch die Probleme erläutert, die bei den Römischen Bädern bestehen.

Was ich dabei besonders beeindruckend fand, waren die Inspirationen aus Pompeji. Es gibt ein wunderbares Fliesengemälde des Alexanderkampfes, von dem Friedrich Wilhelm IV. ein Neapel eine Kopie anfertigen ließ. Heute erkennt man noch den Schriftzug „SALVE“.

Licht fällt auf den Innenhof (Impluvium)

Lateinstunde zum Wegträumen

Symbolik und Geschichte

Gerade Friedrich Wilhelm IV. schien seine Symboliken zu lieben. Skulpturen aus der Mythologie, Gemälde mit italienischen Landschaften – da muss das Vokabular natürlich auch passen:

  • Impluvium – Wasserbecken zum Auffangen von Regen
  • Caldarium – heißer Raum in Thermen mit Bodenheizung und Dampf
  • Villa Rustica – italienisches Landgut
  • Arkadenhalle – Halle, die von Säulen mit Bogen getragen wird
  • Viridarium – immergründer Garten
Ist das der Arkadengang?
Das Atrium?
Hier geht es zum Viridarium

Wer badete hier eigentlich?

Geschichte und Nutzung der Römischen Bäder

Friedrich Wilhelm IV. galt als der „Romantiker auf dem Thron“. Es heißt, er wäre viel lieber Architekt geworden, als König. Zudem war er tief religiös, betrachtete seine Macht als „gottgegeben“. Vor seiner Thronbesteigung war Schloss Charlottenhof sein Projekt – die Römischen Bäder folgten dann nach seiner Italienreise. Der Name „Römische Bäder“ könnte ja zu dem Glauben führen, dass hier wirklich gebadet wurde. Allerdings wurden hier keine Bäder kopiert, sondern eher eine sentimentale Reminiszenz an die Vorbilder aus der Antike. Hier wohnten die Hofgärtner von Sanssouci und auch Alexander von Humboldt war im Sommer hier als Gast einquartiert.

In jedem Winkel ein Schinkel?

Der König selbst lieferte viele eigene Ideen für das Ensemble, für die Umsetzung waren dabei Friedrich Schinkel und Ludwig Persius verantwortlich. Die Villenbeschreibungen des Plinius dienten hier ebenso als Anregung, wie die Eindrücke der Villa Albani.

Hier badete niemand, die große Badewanne war ein Geschenk aus Russland.

Welche Gebäude(teile) gibt es?

Es entstand nach und nach

Wohnhaus für den Hofgärtner im Stil eines italienischen Landhauses (1829-1830)
Tempel-Pavillon am See (1830)
Laube am Eingang (1833)
Tempel-Pavillon am See von hinten
Arkadenhalle (1832-1833)
Erinnerungsgarten zum Gedächtnis an seine Eltern (1834)
Die Thermen (1835-1844)
Ob man hier je wieder entlang gehen kann?
Laubenbereich am Eingang der Römischen Bäder.
Hier befand sich ein Billiardzimmer

Wann kann man sie wieder besuchen?

Sanierung 2023 bis ???

Die Sonderausstellung ist vorbei und damit auch die Chance, die Römischen Bäder noch einmal zu sehen. Ab dem Jahr 2023 werden sie saniert – wer weiß, wann man sie endlich wieder besichtigen kann?

Dennoch muss man nicht ohne „Italien in Potsdam“ auskommen. Das Orangerieschloss und Schloss Charlottenhof befinden sich ganz in der Nähe und auch die Friedenskirche versetzt euch nach Italien.

An 2023 werden die Römischen Bäder saniert.