Aussicht vom Flatowturm

2019 – Ein Blick zurück auf Orte, die schön waren

Ich möchte mit euch in meinen Fotos auf dem Telefon (Jah, es sind Handyfotos und sie sind vollkommen unbearbeitet. Die Qualität ist also nicht gut, aber vielleicht trotzdem mal eine Inspiration.) blättern und euch zeigen, welche Orte ich besonders schön fand. Kommt ihr mit?

Januar, Februar, März – Altes neu entdeckt

Nicht mehr allzu lange wird man die Sichtachse vom Platz der Einheit aus zum Fortunaportal genießen können. Ich muss unbedingt noch ein Foto davon machen und auch den Staudenhof sollte ich noch ein letztes Mal festhalten.

Sichtachse vom Platz der Einheit auf das Fortunaportal
Sichtachse vom Platz der Einheit auf das Fortunaportal

Ein Ort, den ich zum ersten Mal von innen sah, war das Pfingstberg-Haus in der Großen Weinmeisterstraße. Die Bilder, die auf das damals noch in Ruinen liegende Belvedere auf dem Pfingstberg zeigten mit den Menschen, die es vor über 30 Jahren wieder aufbauten, berührten mich.

Altes Foto vom Wiederaufbau des Pfingstberg Belvedere
Altes Foto vom Wiederaufbau des Pfingstberg Belvedere

Das Jahr startete mit einem wunderschönen Konzert im Lindenpark. Hierzu begaben wir uns in die Stahnsdorfer Straße, die mit ganz neuen Fassaden überraschte. Auf einer war z.B. Marlene Dietrich zu sehen.

Marlene Dietrich Fassade
Marlene Dietrich Fassade

Das Schlosstheater im Neuen Palais wird derzeit noch restauriert und ich durfte auf beruflichen Wegen zu einer Pressekonferenz dorthin – so etwas liebe ich ja, all diese Details und das Licht dort im Treppenhaus – ich war nachhaltig begeistert.

Treppenhaus Schlosstheater im Neuen Palais
Treppenhaus Schlosstheater im Neuen Palais

Stellt auch mal vor, mitten in der Stadt, ein paar Schritte von der “Einkaufsmeile” in der Restaurants und Läden jeden Tag gut besucht sind, liegt ein Gefängnis. Es ist jetzt eine Gedenkstätte, aber das ehemalige Gefängnis in der Lindenstraße und die Geschichten, die dort erzählt werden, ließen mir Schauer des Grauens über die Haut laufen. Man muss einmal dort gewesen sein, um das Unrecht zu kennen. Es soll nie wieder passieren.

Gedenkstätte Lindenstraße
Gedenkstätte Lindenstraße

Bei einer Führung konnte ich dann auch endlich einmal hinter die Kulissen des Stadthauses (Rathaus in der Friedrich Ebert Straße) blicken. Das Beste war, dass Anke auch mit dabei war und wir uns gegenseitig begeistert Lichtflecken oder coole Gänge zeigen konnten.

Rathaus Potsdam
Rathaus Potsdam

April, Mai, Juni – Wer hoch fliegt…

Potsdam ist nicht immer nur schön. Natürlich gibt es auch ganz klare Nachteile, in so einer beliebten Stadt zu leben. Einer davon ist die beklemmende Knappheit der Kitaplätze. So mussten wir nicht nur sieben Monate auf einen Betreuungsplatz warten, sondern auch spontan unseren Plan ändern und unser Kind ein Jahr jeden Tag an das andere Ende der Stadt bringen. Aber so waren wir dann täglich in Babelsberg – auch wenn es meistens nur in Eile war.

Sonnenaufgang in Babelsberg
Sonnenaufgang in Babelsberg

Das Holländische Viertel bietet ja auch immer noch interessante Ecken und in diesem Jahr zogen mich besonders die Hausflure an, die oftmals noch über schöne Wand- und Deckenmalereien verfügen.

Deckenbemalung im Hausflur
Deckenbemalung im Hausflur

Auf der Spur der Sterne war ich auch. Die Rauten-Dekoration des abgerissenen FH-Gebäudes am Alten Markt beschäftige mich intensiver, als ich es vorher ahnen konnte. Es hat mich kritischer gemacht und mehr hinterfragen lassen, in was für einer Stadt (Welt??) ich leben möchte.

Auf der Spur der Sterne
Auf der Spur der Sterne

Gleich am ersten Mai schnappte ich Kind und Kegel, um zum ersten Mal den Flatowturm zu erklimmen. Darüber war ich sehr glücklich, ich konnte mich über jedes kleine Detail freuen, auch wenn ich gar nicht so viele Fotos gemacht, sondern eher die Aussicht und die frische Frühlingsluft genossen habe.

Aussicht vom Flatowturm
Aussicht vom Flatowturm

Eine schöne Entdeckung war in diesem Frühling auch die Stadtheide. Eigentlich wollte ich in der Brandenburger Vorstadt Fotos machen. Wenn ich aber Zeit habe, laufe ich gerne dorthin, wohin mich der Weg führt, also einfach nach dem Gefühl und nicht nach einer Liste. So entdeckte ich die Stadtheide und fühlte mich in eine kleines, beschauliches Städtchen versetzt. Leider versperrten mal wieder Autos die schönsten Blickwinkel.

Stadtheide in Potsdam
Stadtheide in Potsdam

Wisst ihr, ich bin ja ein bisschen süchtig danach, Anhöhen und Türme zu erklimmen, um die beste Aussicht in Potsdam zu finden. Lange schon hegte ich den Wunsch, auch mal in den Turm des Alten Rathauses zu gelangen und eines Tages hatte ich Glück! Hier blickt man noch eine Etage über den Attiken wunderbar über den Alten Markt.

Aussicht vom Flatowturm
Aussicht vom Flatowturm

Ich bin, was die Treppenfotografie anbelangt, noch nicht so begabt. Aber eine Lieblingstreppe in Potsdam habe ich definitiv und ich habe sie im Jahr 2019 so oft ich nur konnte, fotografiert. Es ist die Treppe im Kabinetthaus am Neuen Markt.

Treppe im Kabinetthaus
Treppe im Kabinetthaus

Urlaub machten wir in diesem Jahr mal nicht in Potsdam. Eine sehr gute Entscheidung. Durch Zufallen entdeckte ich dort, wo wir uns aufhielten, immer wieder Findlinge. Sie machten mich so neugierig, dass ich nachforschen musste und voller Freude feststellte, dass es Großsteingräber waren! Wir suchten die verschiedensten auf und ich denke, auch wenn das nicht Potsdam ist, sollte man diese Bauwerke mal gesehen haben.

Großsteingrab bei Rerik
Großsteingrab bei Rerik

Juli, August, September – Den Weg weiter gehen

Ich besuchte einen Workshop bei Google, der mich ziemlich inspierte und mir zeigte, dass die Fotografie doch ein sehr wichtiger Teil meines Lebens ist (ja, ja…) und dass ich damit weiterhin andere Menschen erreichen möchte (ohja!). Klar, ich bin immer noch nerdig und introvertiert, aber ich weiß mittlerweile, dass ich auch cool bin.

Bei Google in Berlin
Bei Google in Berlin

Eine Begegnung, die mir ebenfalls zeigte, dass aus einer Leidenschaft auch mehr werden kann (z.B. ein veritabler Job!) war die mit Christina. Sie weiß einfach, was sie tut, arbeitet hart und findet immer wieder neue, kreative Wege, um sich weiterzuentwickeln.

Schloss Babelsberg mit Christina
Schloss Babelsberg mit Christina

Mit meinem Kollegen André war ich in diesem Jahr wieder auf der Schlössernacht. Ich hatte in diesem Jahr nicht so große Freude an der Fotografie dort. Aber trotzdem erinnere ich mich gerne daran, wie saucool André mit seinem riesigen Hochstativ und einer Zigarette im Mundwinkel seine atemberaubenden Fotos macht.

Gondel bei der Schlössernacht
Gondel bei der Schlössernacht

Oktober, November, Dezember – Grau ist die Welt

Etwas, das Potsdam sicher nicht nur im Winter, sondern auch schon weit vorher prägte, waren die Fridays for Future. Mich bewegten die Demos sehr und ich kann nur hoffen, dass wir unseren Kindern etwas Hoffnung hinterlassen werden.
Potsdam betrifft die Klimakatastrophe: Man sah schon im letzten Jahr und vorletzten Jahr überdeutlich, wie sehr die Bäume in den Parklandschaften unter dem veränderten Klima und den Extremwetter-Ereignissen leiden mussten. Unverpackt-Läden entstanden, weil hier manche doch bereit zu sein scheinen, etwas zu ändern.

Fridays for Future in Potsdam
Fridays for Future in Potsdam

Meine letzte Tat in 2019 war dann noch ein Tischkalender. Im letzten Jahr hatte ich ja auch schon einen Kalender produziert, der jedoch einen ärgerlichen Fehler hatte. Deshalb verschenkte ich die Exemplare damals und irgendwie fand ich es schön, anderen damit eine Freude zu bereiten. Das setzte ich dann (ohne Fehler!) fort. Ich verschenkte die Kalender an meine Arbeitskolleg*innen, Freund*innen und alle, die sich auf meine Insta-Story schnell genug meldeten.

Tischkalender Potsdamomente
Tischkalender Potsdamomente

Insgesamt war das Ende des Jahres für mich teilweise schwer zu ertragen (Akkus leer), sodass ich eine Entscheidung treffen musste, die sich sicherlich auch auf meine Fotografie auswirken wird. Aber dazu mehr im nächsten Jahr! Ich wünsche euch allen einen guten Start ins Jahr 2020.